Umzug

Der Umzug kam nun doch viel viel schneller als wir es uns erträumt hatten – wir freuen uns sehr über diesen Sprint, den alle Beteiligten hingelegt haben.

ABER: es kam mir dann doch vor wie ein Riesen-Berg Arbeit und Organisation. Während das eine Kind schon alles zusammen gepackt hatte und jeden Tag die Kleidung aus einem Umzugskarton aussuchte – was wir übrigens auch schon seit 3 Monaten machten, seit wir unseren Schrank verkauft haben – sagte die andere bei jedem einzelnen Teil (und das sind viele): „Das brauch ich noch“.

Gleichzeitig wollten wir aussortieren, nur Dinge mitnehmen, die wir wirklich brauchen und nicht nur hinstellen, weil man es ja irgendwann mal brauchen könnte. Das dauert eben. Angefangen im Keller kamen wir gut voran, ab etwa 4 Wochen vor geplantem Umzug. Jeden Tag ein bisschen . . . bis . . . er irgendwann auf einmal komplett leer war. Wir hatten uns nämlich vorgenommen, dass wir keine einzige leere Fahrt machen, was ökologisch sinnlos ist. In einen Toyota Proace City Verso passt sehr viel rein und Tetris hab ich als Jugendliche jahrelang geübt. Wir haben also maximal mitgenommen.

Doch dann kam die Wohnung dran, so 1,5 Wochen vorher. Das Zimmer der Großen war tatsächlich leer, nur noch die Schulsachen lagen auf dem Tisch, alles andere war in Kartons. Das Zimmer der Kleinen glich eher einem Spielwarengeschäft, in dem eine Horde Kindergartenkinder durch gezogen ist. Überall alles auf dem Boden und in den Schränken, keine Struktur. Es treibt mich in den Wahnsinn. Antwort meiner schlauen Tochter: Immer, wenn Du aufräumst, machst Du alles durcheinander.

Aaaaahhhh. . . da sind einige graue Haare gewachsen. Wie schön, dass sie am letzten Tag vor dem Umzug zu ihrer Freundin zum Spielen verabredet war und direkt vom Kindergarten abgeholt wurde. Das war kurz vor Toresschluss, aber zum Glück war es dann auch endlich ok für sie, dass ich alles einpacken durfte. Und natürlich habe ich ALLES eingepackt und nix weggeworfen. *zwinker* Die schönsten gemalten Bilder haben wir natürlich behalten und nur die vermalten Bilder weggeworfen. Ich schwöre…

Der Dachboden war am Tag des Umzugs schon echt gut gefüllt mit Winterkleidung, Weihnachtsdeko und Unterlagen, die wir sowieso alle elektronisch haben. Und trotzdem war noch genug Platz, aber die Umzugshelfer mussten nicht dahin, denn das hatten wir schon alles mitgenommen.

Die Küche war dann als Nächstes dran und ich hatte schon alles rausgestellt, um die Schubladen auszuwischen. Was brauchen wir überhaupt noch? An den letzten beiden Tagen gibt’s sowieso nur Fastfood, weil dann der Kühlschrank ausgeschaltet wird. Dosen, Teller, Tassen – alles nur noch in kleiner Menge und auf dem Herd stehend. Töpfe, Aufbewahrungsdosen, Gefrorenes haben wir alles schon mitgenommen.

Kleidung haben wir in Taschen gepackt für die letzten Tagen, so wie wenn wir in Urlaub fahren würden. Der Rest wurde auch schon mitgenommen bzw. für das Umzugsunternehmen in die Garage gestellt. Am Tag vor dem Umzug haben wir Lampen abgeschraubt und den Schreibtisch aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer getragen, damit die Katzen da am Umzugstag ihr Reich haben und nicht gestört werden bzw. auch nicht weglaufen können. Katzenklos, Futter, Wasser, Nestchen – alles haben wir dann dahin gestellt und die Tür zum Rest der Wohnung verschlossen.

Wir hatten schon 2 Wochen auf dem Sofa geschlafen, weil unser Bett vom Sperrmüll mitgenommen wurde, was terminlich nicht anders zu organisieren war. Und dabei ist es gar nicht bis zur Abholung stehen geblieben, sondern jemand konnte tatsächlich eine 10 Jahre alte Matratze, die draußen schon Regen abbekommen hat, gebrauchen. Unfassbar, aber uns ist es natürlich egal, ob es jemand nimmt oder auf dem Müll landet.

Wir hatten dann den Wecker auf 6 Uhr gestellt, Frühstück fiel aus am Umzugstag und die Kinder kamen wie jeden anderen Tag vorher auch, nicht aus dem Bett. Auf einmal stand jedoch ein rot-beiger LKW vor der Tür und wir wurden leicht nervös: KINDER, aufstehen! Das Umzugsunternehmen ist da. Sie begannen also im Keller und wir versuchten mehrmals, die Kinder aufzuwecken, ohne Erfolg. Die Monteure meinten, dass sie das Bett auch mit Kind tragen können. Das glaub ich auf’s Wort, aber wenn sie dann im LKW aufwachen, wahrscheinlich nicht die schönste Erfahrung. Es klappte dann doch noch, dass sie widerwillig aus dem Bett krabbelten und sich beschwerten, dass kein Frühstück da ist. Ich ging dann fix mit dem Kinderwagen mit Baby zum Bäcker und kaufte die halbe Auslage leer und brachte damit deutlich Turbulenzen in den Betrieb.

Als ich zurück kam, waren sie aber schon fast fertig, frühstückten und verschwanden dann. Patrick fuhr mit dem Auto hinterher, während ich mit den Kindern in der leeren Wohnung blieb und versuchte, sie zu putzen. Gar nicht so leicht mit zwei zickenden Mädels und einem Baby, das nicht gerne auf dem Boden liegt. Allerdings kam mir zu Gute, dass die Große sich am Tag vorher eine Liste gemacht hatte, wie sie das Baby beschäftigen kann, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Sehr bescheiden mit 1 Euro pro Stunde. Das war sehr hilfreich für mich, denn es klappte zumindest immer wieder zeitweise, sodass ich nach gut 1,5 Stunden die halbe Wohnung auf Vordermann gebracht hatte.

Komisch war, dass das Umzugsunternehmen immer noch nicht am neuen Wohnort angekommen war. Langsam machten wir uns Sorgen, dass sie mit unseren tollen Wohnungseinrichtungen (*hahaha*) durchgebrannt sind und im Ausland ein neues Leben anfangen wollten. In Wirklichkeit dachte ich, sie ständen vielleicht in der LKW-Sperre vor der Rheinbrücke oder im Stau. Weder noch – sie hatten nur vergessen, dass sie über die A1 nicht fahren dürfen und mussten dann einen Umweg fahren.

Am neuen Wohnort angekommen, ging es genauso schnell wie beim Ausräumen. Nach einer Stunde waren sie fertig, tranken noch ein Käffchen und starteten dann ins Wochenende.

Immer wieder würden wir mit Umzüge Dieter Voigt umziehen, von Abstimmung, Flexibilität und Freundlichkeit sowie Kompetenz unschlagbar. Jedes Mal wieder erstaunlich, wie 2 Personen eine höchst unhandliche und schwere Couch wie Lego-Bausteine über die Schulter werfen.

Trotzdem ziehen wir vermutlich so schnell nicht wieder um – denn es ist einfach so schön hier, dass wir glaub ich nie wieder weg wollen!