Welcher KfW Standard darf’s denn sein?

Als wir vor 10 Jahren die Eigentumswohnung mit geplant haben war Energiesparen schon in aller Munde. Das hat sich jetzt aber nochmal gehörig verstärkt (Danke, Greta!). Wir haben nur diese eine Erde und müssen alle was dafür tun. Seit die Kinder auf der Welt sind und wir jemanden haben, der weiter auf dieser Erde lebt, auch wenn wir uns davon verabschieden, ist auch für uns das Thema nochmal wichtiger geworden als es vorher schon war. Wir leben es schließlich unseren Kindern vor, wie sie mit der Erde umgehen.

Bild von Norbert Koch auf Pixabay

Wenn wir jetzt nochmal neu bauen, dann auch möglichst nachhaltig. Als wir dann Anfang des Jahres erfuhren, dass die KfW ihre Förderung nochmal erhöht (höhere Darlehenssumme, höherer Tilgungsbonus und niedriger Zinssatz), war die Entscheidung naheliegend sich für ein KFW40plus-Haus zu entscheiden.

Aber was heißt das konkret? Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) schreibt dazu:

Die Werte 40, 40 plus und 55 definieren die unterschiedlichen KfW-Effizienz­haus-Standards. Je kleiner der Wert ist, desto geringer ist der Energie­bedarf der Immobilie und desto mehr Förderung erhalten Sie. Als Referenz dient ein KfW-Effizienz­haus 100, das den Vorgaben der Energie­einspar­verordnung (EnEV) entspricht.

in Beispiel: Im Vergleich zum Referenz­gebäude der EnEV benötigt das Effizienz­haus 55 nur 55 % der Primär­energie. Zudem liegt der Trans­missions­wärme­verlust bei nur 70 %. Der bauliche Wärme­schutz ist somit um 30 % besser.

Homepage der KfW

Ein KfW40-Haus hat also nur 40% des Primärenergiebedarfs im Vergleich zu einem KfW 100-Haus. Der Trans­missions­wärme­verlust liegt bei nur 55%. Ein KfW40plus-Haus verfügt darüber hinaus um technische Erweiterungen. Die technologischen Anforderungen sind (derzeit):

  • Installation einer stromerzeugenden Anlage auf Basis erneuerbarer Energien
  • Installation eines stationären Batteriespeichersystems (Stromspeicher)
  • Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface in jeder Wohneinheit

In der Diskussion mit anderen Bauherren wurde uns teilweise davon abgeraten: Der Mehrpreis wäre durch die Energieeinsparungen gar nicht reinzuholen. Das hätte man ausgerechnet. Mag sein, wobei diese Rechnung mit viel Unsicherheit behaftet sein dürfte. Ziemlich sicher dürfte sein: So billig wie jetzt war bauen nie. Und es ist sehr sicher, dass die Energiepreise weiter steigen werden.

Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll an weitere Punkte zu denken:

  • energieeffiziente Beleuchtung (z.B. Einsatz von LED Leuchtmitteln)
  • intelligente Heizungssteuerung und kostengüstiger, nachhaltiger Energieträger
  • energieeffiziente Geräte
  • Verbraucher zur richtigen Zeit betreiben (z.B. wenn die eigene Solaranalge genug Strom liefert)

Und noch viele mehr… Ihr seht: Es geht nicht nur um Dämmung, sondern es sind viele Bausteine. Ein Haus nachträglich energetisch zu sanieren oder aufzurüsten ist teuer und ineffizent. Es ist also sehr sinnvoll direkt beim Bauen den höchstmöglichen Standard anzustreben.