Aus dem Risikogebiet ins Bemusterungszentrum

Täglich haben wir die Entwicklung der Inzidenzzahl beobachtet und gehofft, dass unsere Stadt nicht zum Risikogebiet erklärt wird – zumindest nicht bevor wir uns auf den Weg zur Bemusterung nach Frankenberg in die Bemusterungsabteilung machen. Doch unser Hoffen hat nicht geholfen und wir gelten nun auch als Einreisende aus einem Risikogebiet.

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Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir direkt Kontakt mit der Kundenbetreuerin aufgenommen. Regelung, wenn man aus einem Risikogebiet kommt, für den Einlass in die Bemusterungsabteilung bzw. überhaupt in das Gebäude von FingerHaus ist – unabhängig von einer Übernachtung – ein negativer Corona-Test, dessen Ergebnis nicht älter als 48 Stunden ist. Erschwerend dazu kommt, dass die Bemusterung für den Wochenstart, also Montag/ Dienstag geplant ist. Am Wochenende können keine Corona-Tests durchgeführt werden, sodass der Test freitags gemacht werden muss. Zu früh können wir den Test auch nicht machen, da dann die Gefahr besteht, dass das Ergebnis zu früh da ist und dadurch dann älter als 48 Stunden Stunden ist.

Wir haben uns also einen Termin für den Freitag davor gemacht für den Corona-Test, den wir natürlich privat zahlen müssen – denn wir haben weder Symptome noch hatten wir Kontakt zu Personen, die selbst erkrankt sind. Ob man das als Hausnebenkosten steuerlich geltend machen kann?

Irgendwie verrückt, dass wir trotzdem mit diesem Test konfrontiert werden – nur weil wir in einem Risikogebiet wohnen. Wir halten uns wirklich kleinlich genau an die Vorgaben und halten unsere Kontakte in Grenzen, treffen nur Freunde, von denen wir sicher wissen, dass sie sich genauso an die Vorgaben halten, achten genau darauf, dass wir sofort die Hände waschen, wenn wir nach Hause kommen. Auch die Kinder haben sich schon daran gewöhnt und waschen 30 Sekunden mindestens die Hände, sobald sie nach Hause kommen.

Es ist wie es ist und uns ist die Bemusterung sowie die zeitlich vorgesehene Umsetzung des Vorhabens zu wichtig als dass wir nun wegen dem Corona-Test die Bemusterung verschieben.

FingerHaus würde uns alternativ eine Online-Bemusterung anbieten, bei der wir alles Relevante mittels Telefonkonferenz festlegen, das für die Erstellung der Ausführungspläne nötig ist. Wenn sich dann die Lage entspannt hat und das Risikogebiet vielleicht wieder aufgehoben ist, könnten wir persönlich anreisen, um das zu entscheiden, was nicht zwingend für die Zeichnung der Pläne nötig ist, z. B. die Art der Fenster, Türen, Farbe der Treppe, Bodenbeläge, usw.

Auch wenn wir uns schon in ganz vielen Dingen sehr sicher sind, weil wir bei Besichtigung der Bemusterungsabteilung vor Unterzeichnung des Werkvertrages sowie auch anschließend bei einem weiteren Besuch schon vieles festgelegt haben, werden wir die Kosten für die Corona-Tests auf uns nehmen, um die finalen Entscheidungen persönlich mit unserem Bemusterer zu besprechen und auch vor Ort zu finalisieren. Insbesondere ist es etwas anderes, Ideen vom Bemusterer, die wir uns tatsächlich in der einen oder anderen Sache noch erhoffen, persönlich durchzugehen als nur am Telefon.

Wir hatten zwar auch das Architektengespräch als Video-Konferenz und waren positiv überrascht, wie gut das funktionierte, aber die Bemusterung stellen wir uns doch schwierig vor als Telefonkonferenz. Die Elektropläne sowie auch die Möbelplanung haben wir – in Absprache mit dem Ansprechpartner für die Elektroplanung – schon fast zu 100 % fertig. Auch die KNX-Verkabelung sowie den Auftrag für die KNX-Bestellung haben wir schon gemeinsam vorausgefüllt und müssen „nur noch“ einmal darüber sprechen vor Ort und ggf. kleine Anpassungen vornehmen, bevor wir dann unterschreiben können.

Es heißt trotzdem weiter hoffen, denn aktuelle Aussage des Labors ist, dass die meisten Test-Ergebnisse innerhalb 48 Stunden vorliegen – abrufbar über einen Barcode bzw. über eine App.

Rest-Risiken bleiben:

Was, wenn das Ergebnis länger als 48 Stunden dauert?

Was, wenn unsere Tests schneller als erwartungsgemäß schon am gleichen Tag zur Verfügung stehen und damit bei Anreise älter als 48 Stunden sind?

Was, wenn die App oder die Homepage überlastet ist und wir deshalb das Ergebnis nicht abrufen und vorweisen können?

All das führt dazu, dass wir nicht in das Bemusterungszentrum und auch nicht in die Pension dürfen, die von FingerHaus für uns reserviert wurde.

Unser Plan B, wenn die Ergebnisse bis Sonntagabend nicht vorliegen und nicht abrufbar sind:

Montags in aller Frühe anreisen und von der Fahrt aus bei den Ärzten anrufen, die sich die Befunde vom Labor per Fax zusenden lassen können. Da der Versand der Befunde an uns allerdings nicht per E-Mail an uns geschickt werden kann, müssten wir die Befunde dann an eine Faxnummer bei FingerHaus senden lassen.

Unser Plan C, bevor alle Stricke reißen:

Den ersten Tag der Bemusterung online von zu Hause aus besprechen und sobald die Ergebnisse vorliegen, diese schriftlich abholen – dann hoffentlich mit Tagesstempel vom Montag, um weiterhin die 48-Stunden-Gültigkeit einzuhalten. Abends dann anreisen zur Pension und den zweiten Tag der Bemusterung mit negativem Testergebnis vor Ort durchführen.

Obwohl wir es für sehr unwahrscheinlich halten, bleibt natürlich auch noch zu hoffen, dass die Inzidenzzahl wieder sinkt und wir doch nicht mehr als Risikogebiet gelten. Das wäre natürlich unser „Best Case“, aber so schnell wird sich das sicherlich nicht wieder relativieren.