Es wird technisch… Hausautomation

Bereits beim Bau unserer Eigentumswohnung vor 10 Jahren sind wir über das Thema Smarthome gestolpert und haben uns damals gegen eine Lösung auf Basis von KNX entschieden. Stattdessen haben wir uns den damals aufkommenden Funk-Lösungen, wie RWE/ Innogy Smart Home, zugewendet. Aus heutiger Perspektive keine gute Idee. Daher war für uns klar, dass wir bei diesem Neubau auf jeden Fall KNX zum Einsatz bringen werden.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

KNX ist ein Feldbus zur Gebäudeautomation und schon ein paar Jahre auf dem Markt. Anfang 2002 wurde die Spezifikation von KNX veröffentlicht, welche dann gegen Ende 2003 in die europäische Norm EN 50090 übernommen und Ende 2006 als internationale Norm ISO/IEC 14543-3 akzeptiert wurde. Wir reden hier also nicht über eine proprietäre Lösung eines Herstellers. KNX ist ein offener Standard, dem sich mittlerweile mehr als 400 Firmen weltweit angeschlossen haben. Der Standard kann als offen angesehen werden, da der Zugang zu den entsprechenden Dokumenten nach Registrierung jedem möglich ist.

Dieser Standard garantierte die Kompatibilität der verschiedenen Geräte und Systeme unterschiedlicher Hersteller aus vielen Bereichen, egal ob Beleuchtung, Beschattung, Klima/ Lüftung, Heizung etc.

KNX trennt die Steuerung von Geräten und die Stromversorgung voneinander. Es gibt also ein Netz, das Stromnetz zur Stromversorgung mit Wechselspannung, sowie das Steuerungsnetz mit 30 V Gleichspannung. Wir reden hier also über eine Lösung die mittels einer Verkabelung gelöst wird und nicht per Funk arbeitet.

Da wir hier über einen Neubau schreiben, war es also kein Problem diese ganzen Kabel zu ziehen.

FingerHaus verbaut hier eine Lösung vom Würselener Unternehmen AmbiHome. Bauherren, die viel selber machen, werden jetzt sicher die Nase rümpfen. Kann man ja alles viel billger und besser haben, wenn man es nicht über FingerHaus macht. Ja, kam für uns aber nicht in Frage.

Normalerweise werden die Kabel verlegt, die KNX Komponenten werden verbaut und dann wird das alles von einem Fachunternehmen programmiert. AmbiHome nimmt Elektroinstallateuren diese Aufgabe ab und liefert eine fertige Lösung. Als Elektrounternehmen muss man somit kein eigenes KNX Knowhow mehr vorhalten, sondern kauft diese Leitung ein. Dies ermöglicht FingerHaus KNX auf einem sehr eleganten Weg anzubieten.

Aber macht man sich damit nicht wieder von einem Hersteller abhängig? Jein. Wenn mir in ein paar Jahren AmbiHome nicht mehr gefällt kann ich die Komponenten gegen welche von Gira o.ä. austauschen. Die Kabel liegen. Wenn wir uns z.B. für eine Jalousiesteuerung per Somfy entschieden hätten, dann hätte ich die Motoren austauschen müssen – und Kabel zur Steuerung von normalen Jalousiemotoren habe ich dann auch keine liegen.

Was wird denn nun automatisiert?

Alles… wir haben uns für den ganz großen Bahnhof entschieden. Alle Lichtschalter, alle Jalousien, die Thermostate der Fußbodenheizung, Markiese und Garagentor werden sich per KNX steuern lassen. Die Steuerung erfolgt dabei aus dem privaten Netzwerk (WLAN und/ oder verkabelt) heraus und nicht, wie bei anderen Lösungen aus einer Cloud-Lösung heraus, mit einer einfachen HTML5 Oberfläche. Zeitsteuerung, Profile, Anwesentheitssimulation usw. sind damit auch möglich. Zusätzlich werden wir an zentraler Stelle Taster installieren lassen, mit denen wir z.B. zentrale alle Jalousien in Erd- und/ oder Dachgeschoss schließen oder öffnen können. In allen Wohnräumen werden moderne Glastaster von MDT installiert werden. Die Lüftungsanlage von Zehnder hätten wir auch gerne ins KNX integriert, da war FingerHaus aber so ehrlich uns davon abzuraten, da sie hier keine Erfahrung haben und das mit AmbiHome noch nicht implementiert wurde. Wir haben uns daher an dieser Stelle für Anbindung ans LAN entschieden.

Bewusst dagegen entschieden haben wir uns bei der Möglichkeit per KNX die Haustür zu öffnen. Das Garagentor hat noch einen gewissen Charme, zumal es von hier keinen Zugang ins Haus geben wird. Beim Zugang zum Haus haben wir uns aber gegen ein „Smartes Home“ entschieden. Kein Fingerprint, kein RFID o.ä.

Die Planung von Schaltern, Steckdosen, Brennstellen usw. hat Herr Igor Schock von FingerHaus übernommen und uns direkt im ersten Entwurf schon ziemlich begeistert. Danach waren nur noch Detailanpassungen notwendig.

Wir sind sehr gespannt auf die Zeit, wir den Kindern per iPhone das Licht ausknipsen, oder morgens um 6 in den Kinderzimmern die Lichter an- und die Jalousien hochgehen. 😉