Heizen im KFW 40 Haus

Anfang Juli sind wir ins Haus gezogen, also mitten im Sommer. Nun sind die ersten vier Monate rum, und wir haben ein erstes Gefühl dafür bekommen was es heißt in einem modernen, gut gedämmten Haus zu wohnen.

Bild von ri auf Pixabay 

Primärenergieträger bei uns ist Holz. Über die Biowärme Nettersheim haben einen Zugang an das örtliche Nahwärmenetz. Die gelieferte Nahwärme wird für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung verwendet. Zusätzlich verfügen wir über einen Kamin, einen Schiedel Kingfire Classico S. Eigentlich wollten wir den Kamin nur der Wohnlichkeit wegen, weniger als „Heizung“, aber nach den ersten kalten Tagen stellt sich raus: Das funktioniert ganz gut!

Grundsätzlich fällt auf: Wir müssen derzeit praktisch nicht heizen! Die Raumthermostate stehen alle auf 17°C, trotzdem haben wir in allen Räumen 21°C. Vorteil hier ist sicher die Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Wir müssen zum Lüften keine Fenster öffnen und in zwei Stunden ist die Luft im Haus komplett durchgetauscht. Einzig in den Bädern haben wir 22°C eingestellt, was aber auch ohne Heizen locker erreicht wird.

Eigentlich hatte man uns vom Kamin abgeraten, da sich das Haus mit dem Kamin, der immerhin bis zu 7 kW liefern kann, zu schnell aufheizen würde. Fakt ist: Tut es nicht. Der Wohn- Essbereich (ca. 40qm) hat nach 5 bis 6 Stunden Kaminbetrieb 26°C (von 21°C kommend). Da wir den Kamin nur Abends anmachen ist es bisher immer so gewesen, dass der Raum morgens immer noch 23°C hat. Selbst wenn unten der Kamin ballert, kommt von der Wärme im OG nichts an. Das liegt primär daran, dass wir die Tür zur Diele, und damit zur Treppe, geschlossen halten. Bisher konnten wir keinen Nachteil durch den Kamin feststellen. Wir sind sehr zufrieden damit!

Kommen wir zur Nahwärme. Seit Anfang Juli haben wir ca. 1.200 kW an Wärme entnommen und rund 200 kWh Strom aus dem Stromnetz bezogen. Den Stromverbrauch mit unserer kleinen Solaranlage werde ich in einem gesonderten Beitrag beleuchten. DIe 1.200 kW Wärme sind fast ausschließlich für die Warmwasseraufbereitung draufgegangen. Das ist natürlich nicht ganz repräsentativ, aber hochgerechnet werden wir vermutlich so einen Jahresbedarf von ca. 3.500 kW haben. Das ist rund ein Drittel von dem, was die Gemeinde für ein Einfamilienhaus angibt. Das wäre schon ein ziemlicher Kracher! Gerade wenn man die aktuellen Preise für Öl und Gas sieht.

Ich werde unsere Energieverbräuche weiter dokumentieren und immer mal wieder etwas dazu schreiben. 🙂