Regen, Sturm, Feuer und andere Katastrophen

Die letzten Wochen gingen uns wirklich nah und wir waren und sind immernoch zutiefst betroffen von dem, was direkt vor unserer Haustür in der Eifel und auch in der alten Heimat Leverkusen geschehen ist. Die Bilder, Schicksale und schrecklichen Ereignisse gehen uns nicht aus dem Kopf. Insbesondere Menschen, die alles verloren haben, neben dem Haus und allen Habseligkeiten auch noch um geliebte Menschen trauern, ist erschreckend – und das alles in unmittelbarer Nähe.

Gleichzeitig sind wir dankbar und demütig, dass wir selber nicht betroffen sind. 24 Stunden kein Strom und eine voll gelaufene Trampolingrube ist alles, was wir davon zu spüren bekommen haben. 24 Stunden ohne Strom ist zwar auch doof so mit 3 Kindern (inkl. Baby), aber kein Grund zur Beschwerde.

Obwohl wir keinen Keller haben, kamen beim Architektengespräch auch Themen wie die Rückstauebene oder Schutz bei Starkregenereignissen ins Gespräch. Grund dafür waren zum Einen die Traufhöhe des Hauses, und zu zweiten die von uns gewünschte Barrierearmut. Bei den vorgegebenen Höhen kann man auf die Idee kommen das Haus unter (!) das Straßennivau zu setzen, um z.B. einen höheren Kniestock zu ermöglichen.

Der Gartenbauer hat die Terrasse mit leichtem Gefälle weg vom Haus verlegt, man spricht hier üblicherweise von 2%. Außerdem war es uns wichtig, dass wir deutlich über Straßenniveau sind, also dass das Wasser erst gar keine Möglichkeit hat, zu unserem Haus runter zu fließen. Manche nutzen diese Möglichkeit, sich „einzubuddeln“, also unter Straßenniveau zu bauen, um dann entsprechend höher zu bauen bzw. einen höheren Kniestock zu haben. Wir liegen über Straßenniveau mit unserem Haus und müssen deshalb zur Haustür 2 oder vielleicht sogar später mal 3 Stufen hoch gehen, um ins Haus zu kommen. Zwar nicht barrierefrei, aber noch sind wir gut zu Fuß. Und wenn es mal nicht mehr ist, überlegen wir uns was Neues. (Anmerkung der Autorin: ich spiele mit dem Gedanken einer vorübergehenden provisorisch erstellten Rampe, um den Kinderwagen mit schlafendem Kind ins Haus zu fahren. Aber das ist ein anderes Thema).

Durch diese Vorkehrungen konnten wir beobachten, wie das Wasser an unserer Haustür vorbei, die Straße herunter und ein Teil davon in unseren Garten zur Trampolingrube floss. Da diese großen Wassermassen unserem Haus nichts angetan haben, sind wir jetzt quasi unwettererprobt und beten und hoffen dennoch, dass sowas so schnell nicht wieder bzw. bestenfalls nie mehr wieder passiert.

Bei den Wassermassen, die vor 2 Wochen innerhalb so kurzer Zeit vom Himmel gefallen sind, konnte ein noch so guter Schutz nichts bewirken, insbesondere in Tälern und in Flussnähe.

Außerdem haben wir unsere Unterlagen sofort gecheckt, ob wir eine Elementarschäden-Versicherung sowohl für das Gebäude als auch für Hausrat enthalten haben. Zum Glück sind diese Risiken in unseren Versicherungen mit abgedeckt. Ein gutes Gefühl, hier gut beraten worden zu sein.

Es bringt auch nicht unbedingt etwas, jetzt alle wichtigen Sachen auf den Dachboden zu bringen. Das schützt zwar vor Wasser. Aber was, wenn es Feuer oder Sturm ist? Wir haben Sturmklammern an den Dachpfannen anbringen lassen. Klar, dass auch die ab einer bestimmten Windstärke nicht mehr halten, aber es gibt uns zumindest ein Gefühl der Sicherheit. Brandschutz ist ein weiterer Punkt. Zwar ist unser Haus aus Holz gebaut, aber trotzdem sind auch hier einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie z. B. teilweise schwer entflammbare Böden und Möbel sowie selbstverständlich die vorgeschriebenen zweiten Rettungswege im Erd- und Dachgeschoss sowie auch die Notkurbeln für Rollläden. Nicht schön, aber im Notfall besonders wichtig. Denn wenn der Strom ausfällt, bekommt man elektrische Rollläden im Zweifel nur mit Gewalt oder eben mit der Handkurbel hoch.

Was wir uns nun zeitnah auch vornehmen werden, sind folgende Überlegungen:

  • welche Unterlagen sollten wir feuerfest, wassergeschützt aufbewahren, um ggf. auch nachher noch dran zu kommen, wenn wir mal schnell das Haus verlassen müssen.
  • welche Dinge brauchen wir griffbereit, um sie bei Bedarf schnell mitzunehmen? Bei mir ist das einfach, denn ich habe eine Handtasche, in der meine und die Ausweise bzw. Krankenkassenkarten der Kinder immer dabei sind.
  • braucht man vielleicht ein Bankschließfach, in der so Sachen wie Vollmachten, Testament oder andere wichtige Wertpapiere aufbewahrt werden sollten, um sie eben nicht im Zuhause liegen zu haben?

Grundsätzlich sind wir digital gut aufgestellt und haben alle unsere Unterlagen neben der guten alten Papierablage auch elektronisch inkl. Datensicherung verfügbar. Zusätzlich sind diese Unterlagen auch in digitaler Form noch bei unserem Berater des Vertrauens ebenfalls gut abgespeichert, sodass wir da im Fall der Fälle auch noch dran kommen können.

Es gibt ein sicheres Gefühl, sich darüber mal Gedanken gemacht zu haben und persönliche Entscheidungen getroffen zu haben, die dieses Gefühl der Sicherheit bestärken. Man kann sich nicht vor jeder Gefahr schützen, das ist uns bewusst. Deshalb ist es natürlich am Allerbesten, wenn man all diese Vorkehrungen erst gar nicht braucht. Das ist wie mit einer Versicherung: es ist beruhigend sie zu haben, wenn was schief geht, aber viel schöner, wenn man sie nicht braucht!