Wir drehen uns im Kreis

Der FingerHaus-Installateur hat zwischenzeitlich wertvolle Arbeit geleistet: er hat die Rohre für die Lüftungsanlage und die Fußbodenheizung im Boden verlegt, bevor dann der Estrich kommen konnte.

Doch bevor das so weit war, gab es noch ein paar Schnittstellen zu koordinieren. Wir haben eine Nahwärme-Anschlussverpflichtung in unserer Bebauungsplanung, was bedeutet, dass ein ortsansässiger Installateur eine Nahwärmeübergabestation anschließen muss. Dafür musste durch die Bodenplattenfirma ein 200-er KG-Rohr mit maximal 15-Grad-Bögen aus der Bodenplatte herausgeführt werden. So stand es in den Technischen Anschlussbedingungen, die wir vorab erhalten haben.

Die Erdarbeiten für die Hausanschlüsse der Nahwärme werden von einer Tiefbaufirma erledigt, die von der Gemeinde beauftragt wird – die Kosten werden dafür an uns weiterberechnet. Um keine Zeit zu verlieren, habe ich den zuständigen Ansprechpartner immer auf dem Laufenden gehalten, was unseren Stelltermin betrifft. Da es auch wetterabhängig ist, konnte er immer nur kurzfristig mit der Tiefbaufirma Termine vereinbaren und Absprachen treffen. Kurz nach Hausstellung kamen dann der Ansprechpartner der Gemeinde sowie die Tiefbaufirma an unserem Grundstück an, konnten jedoch nicht buddeln, da um das Haus herum ein Gerüst steht. Mir als Laie nicht klar, dass das problematisch sein konnte, aber zum Glück sind sie nicht extra für uns angerückt, sondern waren bei mehreren Häusern tätig und hätten unseren Anschluss dann mit frei gelegt.

Je näher der Zeitpunkt des Estrichs kam, umso aufgeregter wurden wir, denn unser ausdrücklicher Wunsch war, dass der Estrich mit der angeschlossenen Fußbodenheizung, nicht mit einem mobilen Heizgerät erfolgt. Dafür musste jedoch der Außenputz gemacht sein und das Gerüst abgebaut sein, damit die Erdarbeiten und der Anschluss erfolgen können. Der Außenputz ist ebenfalls wetterabhängig und so gut der Plan auch war, hat es bisher nicht geklappt, weil es keinen regenfreien Tag gab. Also haben wir zumindest die Theorie angefragt, das Gerüst an der Stelle vorübergehend abzubauen, um an die Anschlüsse zu kommen. Unabhängig von den Kosten, die fast 3-stellig beziffert wurden, gab es trotzdem noch eine Unsicherheit im Prozess: das Rohr, das für den Anschluss der Übergabestation benötigt wird, hat Lieferverzögerungen. So konnte es trotz Gerüstabbau passieren, dass das Rohr nicht rechtzeitig ankommt und somit all diese Mühe und Kosten nichts bringen würden und wir dann trotzdem mit einem mobilen Heizgerät heizen müssen. Deshalb haben wir entschieden, kein Risiko für weitere Kosten einzugehen und die Mehrkosten für den Strom in Kauf zu nehmen für die Estrichtrocknung über Baustrom. Das wird zwar auf jeden Fall eine vierstellige Summe, aber so haben wir wenigstens nicht noch die Kosten für den Gerüstabbau bezahlt, was vielleicht trotzdem nichts bringen würde.

Klingt kompliziert und nach einem Teufelskreis und wir haben es uns ganz bestimmt auch nicht leicht gemacht und alles versucht, die Heizung noch vor dem Estrich bzw. kurz danach reinzubekommen. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt… und somit ist es dabei geblieben, dass wir die Trocknung mit einem mobilen Heizgerät durchführen.

Und damit in Verbindung steht dann 3 x täglich Lüften, Feuchtigkeit aus dem Haus lassen und neue Luft reinlassen, die sich dann wieder aufheizen darf, bis das Spielchen von vorne losgeht. Von FingerHaus haben wir ein Aufheiz-Protokoll bekommen, das die Temperaturerhöhungen aufführt, Erstmal aufheizen bis 55 Grad, 4 Tage halten und dann langsam wieder runter. 55 Grad ist meine Sauna-Wohlfühl-Temperatur. Vielleicht können wir ein paar Düfte vernebeln, um in aktueller Situation ein bisschen Sauna-Feeling im Haus zu haben. 😀

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay